Seite drucken

Trauma Behandlung

Im Gegensatz zur herkömmlichen Psychotherapie, wo versucht wird, erst einmal die Ursachen für aktuelle seelische Erkrankungen herauszufinden, um sie dann zu bearbeiten, kommt es bei Methoden der Traumatherapie eher darauf an, Erinnerungen zu löschen, die für den Patienten eine Belastung darstellen. Bei der Tiefenpsychologie geht man häufig sogar bis in die Kindheit zurück, da ein großer Teil der Symptome, die im späteren Leben entstehen, ihren Ausgangspunkt in den Erlebnissen und nicht verdauten Erfahrungen der Anfangsphase des Lebens haben. Deshalb arbeitet man die Merkmale heraus und bespricht die Zusammenhänge mit heute auftretenden Erkrankungen so lange, bis sich innerhalb der Psyche allmählich neue reifere Strukturen einstellen.

Dies steht wie gesagt bei der modernen Traumatherapie nur recht selten im Mittelpunkt. Hier geht es weniger um das „Durcharbeiten“ von seelischen Verstrickungen, sondern es geht darum, dass wir die emotionale Belastung, die wir spüren, wenn wir an zurückliegende Ereignisse denken, beheben.

Drei Beispiele: Klassisch wäre, wenn jemand unter der Angst leidet, als Beifahrer in einem Auto mitzufahren. Und wenn dies auf einen Unfall, der in der Vergangenheit passiert war, zurückzuführen ist. Dann „löscht“ man sozusagen die Erinnerung an den Unfall (was manchmal nur einige Minuten dauert) und zieht die Spannung aus diesem Vorfall heraus. In der Regel erlischt dann auch sehr schnell die Angst, die man zuvor hatte.

Etwas anders gelagert ist es (und dennoch vom Vorgehen sehr ähnlich), wenn jemand immer wieder seine Arbeit verliert, weil er morgens häufig verschläft. Auch hier würde man erst mal im Gespräch herausfinden, worin die Ursachen zu suchen sind. Und es könnte sein, dass jemand unter großen Schulängsten litt und demzufolge am liebsten gar nicht zur Schule gegangen wäre. Damals hatten ihn seine Eltern immer wieder geweckt und ermahnt, heute lebt er ohne diese Hilfe und verschläft. Hier würde man also auch die Traumatechnik anwenden und die schlimmen Erlebnisse aus der Schulzeit löschen, um dann zu sehen, ob sich in Hier und Jetzt nicht schon einiges deutlich zum Besseren entwickelt.

Eine Frau, die schon lange unter psychisch ausgelösten chronischen Magenbeschwerden leidet und bei der sich herausstellt, dass sie in jungen Jahren ein Kind verloren hatte. Nun hat sie demzufolge einerseits dauernd Angst beim Geschlechtsverkehr erneut schwanger zu werden, weil der Verlust des Ungeboren noch nicht verdaut ist. Auch hier würde man erst mal mit Traumatherapie an dem Ursprungstrauma arbeiten, bevor man sich dann mit der psychosomatischen Seite der Erkrankung beschäftigt, was allerdings auch mit der Traumatechnik meistens sehr gut funktioniert.

Ein Wort zur „Technik“: Im Grunde geschieht in der Traumasitzung nichts anderes, als dass der Patient das Trauma, seine dazugehörigen Gefühle und körperlichen Reaktionen beschreibt und dann hilft der Therapeut dem Patienten durch Aktivierung ganz bestimmter Augenbewegungen, dass das Trauma im Gehirn immer mehr an Bedeutung und Belastung verliert – eigentlich erscheint das recht einfach und etliche Patienten haben auch schon versucht, dies zu Hause nachzumachen, allerdings gehört dennoch eine Menge an Ausbildung und Erfahrung auf Seiten des Therapeuten dazu.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://eckart-warnecke.de/trauma-behandlung/