Mainzer Bahnhof zeigt, was uns die Zukunft bringen wird

Länger als vier Wochen ist der Mainzer Hauptbahnhof stillgelegt. Nun wird herumdiskutiert, wer daran die Schuld trägt. Und dabei ist es ganz einfach: die Finanzmärkte brauchen immer neue lukrative finanzstarke Opfer, über die sie dann wie die Heuschrecken herfallen können. Dafür wurde Privatisierung – also der Börsengang der Bahn schon seit langer Zeit ins Spiel gebracht. Obwohl die Bahn hundertprozentiges Eigentum des Staates ist, wird er (in meinen Augen auf irregulärem Wege) schon lange widerrechtlich privateigentumsorientiert geführt und verwaltet.

Um an die Börse zu kommen, braucht ein Unternehmen eine große Gewinnspanne. Wie erzielt man die? Indem man nur noch alles das betreibt, was richtig Geld bringt. Indem man Angestellte nach Hause schickt, andere weniger Qualifizierte einstellt und dabei Geld einspart. (Bahn-) Beamte werden schikaniert – oft so lange, bis sie in eine Frühpensionierung einwilligen, weil sie recht gut bezahlt werden und mehr Rechte haben, als neueingestellte Mitarbeiter, weiterhin streicht man Strecken, wenn sie nicht genug einbringen usw. Mir sind diverse Fälle bekannt (was ein Außenstehender oft noch nicht mal im Entferntesten anzunehmen meint), in denen regelrechte Jagd durch Zweigstellenleiter und Vorgesetzte auf Beamte gemacht wird – egal, ob bei Post, Bahn, Telekom, Polizei oder Justiz-Vollzugsanstalt, um sie mürbe zu machen, auf dass sie dann mit Hilfe von ärztlichen Gutachten letzten Endes mit Depression in den Ruhestand geschickt werden. Und es macht sich mehr und mehr der Eindruck breit, als würden Abteilungsleiter vielleicht sogar Bonus-Zahlungen erhalten, wenn sie mal wieder einen Beamten „losgeworden“ sind.

Jetzt hört man, dass es viele kranke Mitarbeiter in den Stellwerken, also bei Fahrdienstleitern gibt. Nun könnte man sich fragen: „Ja, warum werden denn so viele krank?“. Und dann wird die Leitung sagen, sie seien vielleicht nicht genügend stressresistent, oder was auch immer. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich woanders: vermutlich werden es auch hier erstrangig Burn-Out und Belastungsdepression sein, die zu den Fehltagen führten; denn genau das ist es, unter denen immer mehr arbeitende Menschen aufgrund der immensen Arbeitsbelastung erkranken. Man arbeitet unter immer mehr Druck, muss mit weniger Leuten mehr schaffen, wird kritisch beobachtet, bekommt ständig neue Schichten, auf die sich der Biorhythmus immer wieder aufs Neue einstellen muss, wird darüber hinaus oft auch menschlich schikaniert oder von anderen gemobbt. Bis man am Ende einfach nicht mehr kann – selbst, wenn man versucht, sich „zusammen zu reißen.“

Aber kann so etwas nur in Mainz passieren, dass einige erkrankte Fahrdienstleiter ausreichen, um einen bundesweit wichtigen Bahnhof lahmzulegen? „Die Wahrheit ist: Was jetzt in Mainz passiert, kann sich jederzeit an jedem Ort in Deutschland wiederholen, in Berlin, Köln, Frankfurt oder München und auch auf dem flachen Land“, sagt zumindest Matthias Oomen, Bundessprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn. Und dies deshalb, da in Wirtschaft und Finanzmarkt überall die Gier regiert und ständig versucht wird, höhere Profite einzufahren auf Kosten von Einsparungen an Personal und Sicherheit (Hier ließe sich auch noch an das Bahnunglück in Spanien erinnern.) Was in Mainz jetzt passiert, wird in anderer Form schon bald auch anderswo passieren, und dies nicht nur im Bahnbetrieb, sondern auch in vielen anderen Branchen: Zeitungsausträger zu finden wird immer schwieriger, das Handwerk bekommt so gut wie kaum noch Nachwuchs, Lokführer sind knapp, in Altersheimen und Kliniken herrscht absoluter Personalnotstand usw. Ich fürchte, es macht sich heute noch kaum jemand wirklich Gedanken und Sorgen dahingehend, was für eine katastrophale Situation uns erwartet. Um das noch mal plastisch zu machen: wir werden es erleben, dass ein Sturm Hausdächer abdeckt und wir keine Dachdecker mehr bekommen können, weil einfach niemand mehr dieses Handwerk erlernen wollte – steigen die Hausbesitzer dann selbst auf die Dächer …? Und was kommt in der Altenpflege auf uns zu? Die Kinder zum Beispiel von Frau M. (83J.) können ihre Mutter leider nicht pflegen, eines ist in Peru und eines arbeitet in London – das nannte man früher mal mit positiver Attitüde: „Mobilität!“

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Weniger Wartezeit -Psychotherapeuten und Ärzte beteiligen sich an Burn-Out-Programm der AOK und KVN

Artikel aus der Allgemeinen Zeitung Uelzen:

AZ-Artikel Burn-Out 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

Reaktion darauf:

Postkarte Burn-Out 2013

” Guten Tag Herr Warnecke!

Betreff Ihrer Aussage zu der AZ Burn Out Wartezeit. Auf einmal haben die Arbeitsgeber Schuld. Haben Sie keine bessere Ausrede? Wo haben Sie denn Ihren Psychologen-Schein gemacht? Menschen wie Sie sollten nicht Menschen beraten. Vielleicht haben Sie auch das Wort Empathie nicht verstanden. Meine Empfehlung, geht nicht zu Warnecke. ”

 

 

Leider wurde mein Engagement da wohl missverstanden…..

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Deutsches Schulsystem – Dringend sanieren!

Was ist das für ein Schulsystem, wo ein großer Teil der Kinder jeden Tag froh ist, wenn der Schultag überstanden ist. Was soll man davon halten, wenn die Schüler sich vor allem auf Ferien freuen oder zumindest auf Tage, an denen sie nicht zur Schule müssen. Ein erschreckend großer Teil der Schüler leidet unter Bauch- oder Kopfschmerzen, viele Kinder bekommen regelmäßig Medikamente aus der Gruppe der Betäubungsmittel, nur damit sie einigermaßen ruhig und gesittet an einem Unterrichtstag teilnehmen können. Diesbezüglich lautete auch unlängst die Titelüberschrift vom Spiegel: „Ich kann nicht mehr“, und meinte damit Aussagen von Schülern, wie diese bundesweit unter den Bedingungen unseres Schulsystems leiden und es kaum noch aushalten können – dabei aber in Konflikt mit dem Schulgesetz stehen, welches den Schulbesuch zwingend vorschreibt.

Ich frage mich, was passieren würde, wenn man Schülern freistellen würde, ob sie die nächsten vier bis sechs Wochen freiwillig zur Schule gehen oder lieber zu Hause bleiben wollen. Und die gleiche Frage wäre zu überlegen, wie sich wohl die Eltern von Schülern verhalten würden. Und noch interessanter wäre, wie sich LehrerInnen verhalten würden, wenn man ihnen ebenfalls die Wahl Schule oder Freizeit bei Weiterzahlung der Bezüge anbieten würde.

Tobias Theis schreibt in seinem Aufsatz „Warum gegen Schule?“, dass Schule als Institution krank mache und ihrem Bildungsauftrag nicht gerecht werde. Schließlich funktioniere Lernen nicht auf Knopfdruck in der Masse und wir würden Kinder zu Automaten erziehen, die nur wiedergeben, was sie auswendig gelernt hätten.

Die Zahl derer, die nicht in die Schule gehen nimmt leider immer mehr zu – und parallel dazu auch die Zahl derer, wo Eltern Morgen für Morgen all ihr Können aufbieten müssen, um ihre Sprösslinge zum Aufstehen, Anziehen und dem pünktlichen Aufbruch in Richtung Schule drängen müssen. „Kein Bock auf Schule ..,“ das mag vielleicht Jugendslang sein, aber es drückt offen aus, wie es Innen aussieht. Allerdings ist die sogenannte Unlust vieler Kinder nicht mit fehlender Motivation zu erklären, sondern mit Schulangst. Schuld daran können Mobbing, überfrachtete Lehrpläne, fehlende positive Ausstrahlung der Lehrer, Versagensängste, raues Klassenklima, Traumata (z.B. wenn jemand an die Tafel gerufen wird, ohne dies zu wollen), Entwertungen, Frustrationen und vieles mehr sein.

Von den etwa 11 Millionen Schülern in Deutschland verweigern nach Schätzungen der Wissenschaft inzwischen etwa 5 Prozent regelmäßig den Schulbesuch. In den meisten Fällen deshalb, da sie durch Druck und Überfrachtung aus ihrem inneren Gleichgewicht gekommen sind, sich demzufolge immer schlechter konzentrieren können, in sich eine Blockade spüren und still vor sich hin leiden. In diesem Zusammenhang ist Gerd Lehmkuhl (Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie Köln) anzuführen, der meint: „Wir sprechen von Verweigerung von Schule als Ausdruck einer komplexen psychiatrischen Störung mit persönlichen und sozialen Hintergründen. Dies kann sogar bis zu selbstzerstörerischem Verhalten, wie z.B. Ritzen der Unterarme, bis hin zum Selbstmord führen.“

Besonders hoch sind die seelischen Störungen bei Schülern, die ein deutsches Gymnasium besuchen. Hier variieren die Zahlen, je nach Studie, zwischen 21 und annähernd 35 Prozent. Wobei man sagen muss, dass durch die Einführung des Turbo-Abiturs nach 12 Jahren noch mal eine deutliche Steigerung an Symptomatiken eingetreten ist. Aus diesem Grunde verlangen auch immer größere Teile der Bevölkerung, entweder wieder das Abitur nach 13 Schuljahren oder eine deutliche Reduktion der zu vermittelnden Inhalte. Denn neben den psychischen Störungen kommen auch noch andere Aspekte hinzu. Durch die hohe tägliche Zahl der Unterrichtsstunden und trotzdem noch zu erledigender Hausaufgaben, bleibt den Schülern immer weniger Zeit für Freizeitaktivitäten. Insbesondere die Sportvereine leiden hierunter, ihnen geht sozusagen der Nachwuchs aus; denn statt sich sportlich zu betätigen sitzen Schüler – sitzen, sitzen und sitzen. In der Klasse, im Bus, am eigenen Schreibtisch zu Hause und dann am PC.

Nun wird man mich fragen: „Was ist zu tun“? Und ich antworte: „Als erstes sollte jede Lehrerin und jeder Lehrer für sich die Frage stellen, ob er Schüler mag, sie schätzt, sie vielleicht sogar liebt und es sein größter Wunsch ist, diesen jungen tollen Menschen etwas beizubringen. Wer diese Frage jedoch verneint, der dürfte nicht länger unterrichten und auf diese Weise die Lebenswege von Zigtausenden beeinflussen!“

Und dann käme erst alles andere – wie man sieht, da haben wir noch einen ganz schön langen Weg vor uns.

Auch übrigens: wer sich dennoch bis zum Abitur gequält hat und meint, wenn er nun ein Studium anfängt, dann würde (gemäß der erinnerten Erfahrungen vieler akademischer Eltern) alles einfacher, freier und netter werden, der  wird schon in den ersten Wochen an der neuen Uni sozusagen „sein blaues Wunder“ erleben – denn an den Unis wird alles noch schlimmer!

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Abitur – Die Sieger werden gefeiert, die Verlierer sieht man nicht

Ein paar nachdenkliche Gedanken kommen mir immer wieder, wenn ich in Zeitungen oder Fernsehen Bilder und Darstellungen von jungen Menschen zu sehen bekomme, die völlig ausgelassen das Erlangen ihres Abiturs feierten. Bilder voller glücklicher Gesichter, klatschender Hände, tanzender Menschen – alle sozusagen „ total happy.“  Es wird berichtet über eine sehr schön inszenierte und selbst gestaltete Feier, von interessanten Ideen und großer Professionalität.

Aber was machen eigentlich diejenigen, die es nicht geschafft haben? Was wird aus den Verlierern? Oder zumindest aus denjenigen, denen der Schulweg nicht so leicht fiel und sie sich wegen schlechterer Noten nicht so wie Sieger fühlen?

Mir fällt einer meiner früheren Mitschüler ein. Er schaffte das Abi nicht wegen eines Viertelpunktes. Er musste in ein riesiges Loch gesackt sein, was ich damals so gar nicht gemerkt hatte, er ging dann vier Jahre zur Bundeswehr, verrichtete seinen Dienst über Jahre in einer Radarstation und starb mit 32 Jahren an Hodenkrebs. Das ist zwar schon lange her – die Grundproblematik bleibt aktuell: „Was wird aus den Verlierern?“

In unserer Gesellschaft will man Sieger sehen. In der Medienwelt erscheinen die Photos von Kindern, deren Zeugnis aus lauter Einsen bestehen, es finden sich Meldungen über den Ersten eines Radrennens oder die ersten Drei eines Schülerwettkampfes. Über Politiker, die ihre Ideen durchsetzen wird geschrieben. Erhaben Lächelnde – Schauspieler, Stars, Sänger etc.  Kaum jemand ist interessiert an den Verlierern.

Man zählt die Abiturienten eines Jahrganges – wie viele hätten es aber wirklich sein können, wie viele haben es auf dem langen Weg bis zur 12ten/13ten Klasse nicht geschafft, sind gescheitert, gestrauchelt oder erkrankt und ins Abseits geraten. Ähnlich wie in der Reportage über das Thema Hartz IV vor einiger Zeit würde ich es schön finden, wenn man sich öfters in der Öffentlichkeit auch mal um diejenigen kümmern würde, denen es nicht so gut geht. Nicht jeder kann Deutschlands nächstes Topmodell, nicht jeder ein Einstein werden. Aber wir haben viele Millionen Menschen, die es genauso wert sind, dass man deren Leistungen und Bemühungen anerkennt, auch wenn sie nicht unbedingt in der ersten oder zweiten Reihe stehen.

Ist eine Reinemacherfrau weniger Wert als der Bildungsminister? Ich finde – nicht!

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Buddha – Seine Lehre von der menschlichen Psyche

Wir reagieren nicht auf unsere Umgebung,

sondern wir reagieren auf die Empfindungen,

die durch die Außenwelt in uns ausgelöst werden.

(Buddhistischer Grundansatz)

 

ew. Viele sehen im Buddhismus eine Religion. Dies ist allerdings komplett falsch. Vielmehr ist es eine bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Anleitung zur Überwindung von allen Arten von Leiden – egal ob wir darunter Krankheiten, Verluste, Schmerzen, negative Gefühle und was noch alles verstehen. Kurz, wie es dazu kam:

Nach jahrelanger Suche nach den Wesenszügen und Grundspielarten des Menschseins, kam der ehemalige Prinz Siddharta Gautama zu einem Zustand, den man als „Erleuchtung“ bezeichnen kann. Nun muss man sich das wahrscheinlich nicht so vorstellen, dass da mal eben jemand vor etwa 2600 Jahren ein bisschen meditierte, und weil er besonders talentiert war, irgendwie eine vertiefte Erkenntnis bekam, sondern es war schon eine lange, sehr schwere und harte Suche; wobei wichtig ist, dass er schon aus einem Kulturkreis kam, der auch damals schon sehr hoch entwickelt war. Das schon damals bestehende yogisch-hinduistische Alltagsverständnis boten ihm dabei so etwas wie eine Grundlage mit Themen, wie Re-Inkarnation, Karma, Suche nach Vollkommenheit und friedfertigem Leben.

Im zustand seiner Erwachtheit verstand Siddharta plötzlich das Wesen der menschlichen Existenz und er wusste, worin die wirklichen Ursachen für alles Unheil und Leid auf der Welt zu suchen waren: in Gier, in Hass und Verblendung der menschlichen Seele.

Hieraus leitete sich dann sein Ausgangspunkt der Lehre ab, was man (warum auch nimmer) als Die vier edlen Wahrheiten bezeichnet, als da sind die vier Grundsätze:

  1. Leben ist nicht voll befriedigend, wir sind unzufrieden und deshalb oft gereizt. Wir leiden und sind unglücklich! Und dazu gehören sowohl die seelischen wie die körperlichen Aspekte.
  2. Die Probleme und alle unserer Konflikte entstehen aus den drei unheilsamen Haupttrieben: Begehren–Ablehnen–Egozentrik. Das heißt, im Kern lässt sich alles, was wir erleben immer wieder auf diese drei Aspekte zurückführen.
  3. Das Gute allerdings daran ist, dass die Befreiung aus diesem Teufelskreis möglich ist; und zwar, indem wir danach streben, Freigibigkeit, Wohlwollen und Einsicht zu erlangen und zu leben.
  4. Um dies zu tun und zur Befreiung zu kommen, reicht es, die Grundzüge des Edlen achtfachen Pfades zu praktizieren, um durch gutes, heilsames Handeln im Jetzt für sich die bevorstehende Zukunft positiv zu beeinflussen.

Was einem unter den vier edlen Wahrheiten vielleicht wie etwas Selbstverständliches vorkommen mag, erlangt erst mit der Zeit eine zunehmende Bedeutung – wenn man nämlich wirklich zu erkennen und kapieren beginnt, dass nicht andere die Schuld daran tragen, dass ich immer wieder zu einem Opfer, Versager, Leidenden, Pechvogel, Kranken, Hassenden oder Unglücklichen werde, sondern es ist das, was ich bisher getan habe. Und das kann natürlich auch schon weiter zurückliegen. Oft sind die Umstände, die ich in diesem Leben abbekomme sogar auf Dinge zurückzuführen, die bereits in einem früheren Leben passiert sind. Leider kann man in seiner jetzigen Existenz so gut wie nie bewusst erkennen, was man früher (und dazu gehören manchmal sogar mehrere frühere Leben) getan oder angestellt hat, so dass man jetzt scheinbar trotz etlicher Bemühungen auf keinen „grünen Zweig“ kommt.

Was wir also jetzt erleben, ist ein Teil unsereres Karmas. Das heißt, es ist das Resultat früherer Handlungen. Und das, was wir heute tun, wird dann wieder unsere Zukunft beeinflussen. Wir können somit zum größten Teil durch unser heutiges Handeln mitbestimmen, wie unsere Zukunft aussehen wird. Sorgen wir durch intelligentes, gutes und zielstrebig-achtsames Handeln dafür, dass uns eine so geartete „rosige“ Zukunft erwartet, wie wir uns dies erhoffen. Und hierzu lehrte der Buddha die Wesenszüge vom Edlen Achtfachen Pfad:

  1. Rechtes Erkennen – es geht um das Unterscheiden zwischen heilsamen und unheilsamen Handlungen in Richtung auf seine beorstehende Zukunft (man könnte auch sagen, abwägen zwischen hilfreichen bzw. schädlichen ..)
  2. Rechte Gesinnung – darunter versteht man das Einüben einer liebevollen, akzeptierenden Gemütsverfassung (Heilsames unterstützen – Unheilsames überwinden, loslassen)
  3. Recht Rede – das sagen, was wahr ist / keine üble Nachrede (nicht spotten oder über andere lästern) / freundlich reden / nicht zur unpassenden Zeit sprechen  (dazwischenquatschen) / kein leeres Geschwätz (nichts Sinnloses sabbeln!)
  4. Rechtes Handeln – Nicht stehlen / nicht töten / nicht irgendwelchen Süchten verfallen / immer Maß halten und wissen, wann genug ist / sexuell gutes und liebevolles Verhalten
  5. Rechter Lebenserwerb – sich einen Berruf suchen, in dem man nicht unheilsam tätig werden muss. Möglichst nicht mit Waffen, Tieren, Menschen, Alkohol, Geld und Drogen seinen Broterwerb verdienen.
  6. Rechte Anstrengung – sich bemühen, die Gedanken gut auszurichten / ungutes, unheilsames Denken verrmeiden und gerade bestehendes überwinden / heilsame Gedanken entfalten, bestehende erhalten oder fördern
  7. Rechte Aufmerksamkeit – wo auch immer man im Alltag gerade ist, sich möglichst offen, aufmerksam und zugewandt ausrichten / dies kann man in der Meditation üben, sollte man aber im konkreten Leben anwenden
  8. Rechte Sammlung – sich immer möglichst bewusst sein, was man gerade macht und immer nur eine Sache zu einer Zeit tun / in der Meditation durch Konzentration und Versenkung / im Alltag ruhig und achtsam handlen.

Nun könnte man noch nachtragen, dass das für jemand, der politisch ausgerichtet ist, sich etwas ironisch anhört, wenn da steht: „Rechte Gesinnung“. Ich finde die Begriffe auch unter dem Aspekt des Nationalsozialismus etwas unglücklich – vielleicht wird man ja mal etwas neutralere finden; aber für diejenigen, die eher einen heilsamen Weg beschreiten wollen, für die ist klar, worum es geht.

Was ist denn jetzt buddhistisches Handeln? Im Grunde genommen handelt schon jeder Menschn im buddhistischen Sinne, wenn er sich vornimmt, keinem anderen Wesen irgendwelchen Schaden (Leid) zuzufügen und bestrebt ist, es anderen Menschen nicht unnötig schwer zu machen (oder noch besser: zum Wohlgefühl anderer beizutragen).

Zum Buddhisten wird man, wenn man sich diesen Zielen ganz bewusst und dauerhaft verschreibt. Dann spricht man auch davon, dass jemand Zuflucht zum Buddha sucht.

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Steuerbetrug, Steuerschlupflöcher – der Skandal liegt eigentlich ganz woanders

„Wir wurden von der Finanzbranche und den Politikern gnadenlos abgezockt, werden es auch jetzt gerade und das wird auch in Zukunft so weitergehen, wenn wir nicht endlich was dagegen unternehmen.“ 

(Matthias Weik, Wirtschaftsfachmann)

 

Als die Nachricht um die Welt ging, dass man der Presse eine Festplatte mit einer unglaublichen Menge an Daten von sogenannten “Steuersündern” zugespielt habe, die es jetzt erst mal auszuwerten gäbe, da fand ein ziemlicher Aufschrei statt. Nicht nur, dass es dabei um die unglaubliche Menge von geschätzten 25 bis 32 Billionen Euro ging, die die Reichen sozusagen der breiten Bevölkerung stehlen, sondern etliche Politiker und Strafrechtler meinten auch noch, die Festplatte solle lieber der Strafverfolgung überstellt werden, als dass sich Journalisten damit beschäftigen. Ich bin allerdings ehrlich gesagt froh, dass dies vorerst nicht geschah. Die Medien begründeten dies mit dem Argument, man müsse die Informanten schützen und deshalb könne man das Beweismittel nicht herausgeben. Ein gutes Argument, da es sich auf einen wichtigen und nicht bestreitbaren Gesichtspunkt bezieht.

Aber ist das wirklich der Hauptgesichtspunkt: ich denke, dass in vielen Bereichen der Presse (zumindest wenn es sich um die sogenannte „kritische Presse“ handelt) inzwischen die Erkenntnis Einzug genommen hat, dass man in den Rechtsstaat keinerlei Vertrauen mehr haben kann. Denn die Oberschicht, die die Steuern hinterzieht, endet ja schließlich nicht bei Dax-Vorständen, sondern setzt sich fort in Richtung Politiker, Richter, Wirtschaftsbosse wie auch Zeitungsbesitzer. Und man sieht schließlich immer wieder mal, wie kriminelle Delikte, begangen aus den Reihen der Oberschicht („Elite“), letzten Endes enden: oft wird das Ganze im Endeffekt auch noch umgedreht, wie zum Beispiel bei Zumwinkel. Fast neigte die Strafjustiz, nachdem der öffentliche Aufschrei über dessen Steuerbetrügereien abgeebbt war, dazu, als wolle man sich sogar für die juristischen Nachprüfungen entschuldigen. Dass im Nachhinein vier herausragende Steuerfahnder aufgrund von „getürkten“ Gutachten durch einen Psychiater (dem man dafür eigentlich seine ärztlich Zulassung hätte entziehen müssen) als psychisch nicht mehr ausreichend belastbar eingestuft worden waren und ihre Anstellungen aufgeben mussten, macht den Skandal noch komplizierter, bzw. unglaublicher.

Ist das nun ein Kavaliersdelikt, wenn man Steuern hinterzieht oder ist das ein Höchstmaß an krimineller Energie? Nennen wir dies mal eine eher rhetorische Frage, denn die Antwort ist ja wohl klar. Zumindest für die Menschen unter uns, die noch über eine gesunde Moral verfügen.

Und so versteht man als Normal-Mitbürger überhaupt nicht, dass sich in vielen Fällen die zuständigen Stellen derart schwertaten, bzw. tun, wenn es darum ging, CD’s mit den Namen von „Steuersündern“ (Betrügern) anzukaufen. Man kann es aber wiederum doch verstehen, wenn man sich klarmacht, dass an den Schaltstellen der Macht die „Kumpels“ von denjenigen sitzen, die die breite Masse der Bevölkerung um die Zahlung von Steuern betrügen. Die Steuerbetrüger-CD, die Mainz unlängst für viereinhalb Millionen aufkaufte, wird, wenn dies durch die deutsche Justiz richtig verfolgt werden würde, bis zu einer Milliarde an nachträglichen Steuererträgen einbringen. Allein auf dieser einen CD befinden sich etwa 10 000 Steuerbetrüger. Und von derartigen CD’s gibt es inzwischen einige. So könnte man fast den Eindruck gewinnen, die deutsche Staatsverschuldung würde fast auf Null sinken, wenn sämtliche Finanzbetrüger erwischt und alle Steuerschlupflöcher gestopft werden könnten.

Eigentlich ist es auch noch ein Skandal, dass scheinbar erst jetzt dieses Thema auf die Tagesordnung kommt. Rückt die Gesellschaft etwa nach Links? Jahrzehntelang konnte man hören und lesen von den sogenannten Steueroasen, von den Bankgeheimnissen und intelligentem Finanzgebaren – so, als würde es sich um die normalsten Dinge von der Welt handeln und man sollte womöglich vor so viel Cleverness sogar Hochachtung entwickeln. Und der breiten Masse wurde gleichzeitig gebetsmühlenhaft vorgetragen, man könne dagegen sowieso nichts ausrichten; etwa gemäß dem Motto: „Geht es der Wirtschaft gut, dann geht es allen gut.“ Nur: das stimmte ja gar nicht!

Immer wieder ließ man die „Großen“ laufen, während manchmal sogar schon wegen kleinster Fehlbeträge bei Kassiererinnen eine Abmahnung erfolgte. Die Party läuft und sie muss auch weitergehen – so heißt es zumindest in Finanzindustrie, Adel und gehobenen Politiker- und Wirtschaftskreisen. „Solange die Musik spielt, muss getanzt werden“, meinte einst der Chef der US-Bank Citigroup. Aber – und hier kann ich mich den Ausführungen von Weik und Friedrich in Ihrem Buch: „Der größte Raubzug der Geschichte“ nur anschließen: „Was da passiert, ist ein Verbrechen. Dass einige wenige sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern, und zwar so sehr bereichern, dass sie nicht mehr wissen, wohin mit dem ganzen Geld, das halte ich für ein Kapitalverbrechen.“

Leider zeigt sich immer wieder, wie schwer es ist, diese Strukturen aufzubrechen, denn diejenigen, die von Oben her die Gesetze machen, sind ja schließlich selbst ein Teil des Problems, wie sollen die also bitteschön für eine Veränderung sorgen? Was bleibt: es ist zu hoffen, dass die moralischen Prinzipien wieder stärker in den Mittelpunkt treten mögen und dass sich die (nennen wir sie mal) „Täter“ klarmachen, dass ihre Existenz hier auf der Welt nur von recht kurzer Dauer ist und am Ende wird abgerechnet gemäß dem Motto: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt!“

Fast rhetorisch müsste man dann aber auch nachfragen: „Ja, wo kommt er denn dann hin …?“ Etwa dort hin, was die Christen unter „Hölle“ verstehen? Vielleicht ist ja die Vorstellung, dass es zumindest so kommen könnte, für einige aus der Finanzelite ein Grund, sich ihr Verhalten neu zu überlegen – zu hoffen wär’s.

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Steuerbetrug, Steuerschlupflöcher – der Skandal liegt eigentlich ganz woanders

„Wir wurden von der Finanzbranche und den Politikern gnadenlos abgezockt, werden es auch jetzt gerade und das wird auch in Zukunft so weitergehen, wenn wir nicht endlich was dagegen unternehmen.“ 

(Matthias Weik, Wirtschaftsfachmann)

 

Als die Nachricht um die Welt ging, dass man der Presse eine Festplatte mit einer unglaublichen Menge an Daten von sogenannten “Steuersündern” zugespielt habe, die es jetzt erst mal auszuwerten gäbe, da fand ein ziemlicher Aufschrei statt. Nicht nur, dass es dabei um die unglaubliche Menge von geschätzten 25 bis 32 Billionen Euro ging, die die Reichen sozusagen der breiten Bevölkerung stehlen, sondern etliche Politiker und Strafrechtler meinten auch noch, die Festplatte solle lieber der Strafverfolgung überstellt werden, als dass sich Journalisten damit beschäftigen. Ich bin allerdings ehrlich gesagt froh, dass dies vorerst nicht geschah. Die Medien begründeten dies mit dem Argument, man müsse die Informanten schützen und deshalb könne man das Beweismittel nicht herausgeben. Ein gutes Argument, da es sich auf einen wichtigen und nicht bestreitbaren Gesichtspunkt bezieht.

Aber ist das wirklich der Hauptgesichtspunkt: ich denke, dass in vielen Bereichen der Presse (zumindest wenn es sich um die sogenannte „kritische Presse“ handelt) inzwischen die Erkenntnis Einzug genommen hat, dass man in den Rechtsstaat keinerlei Vertrauen mehr haben kann. Denn die Oberschicht, die die Steuern hinterzieht, endet ja schließlich nicht bei Dax-Vorständen, sondern setzt sich fort in Richtung Politiker, Richter, Wirtschaftsbosse wie auch Zeitungsbesitzer. Und man sieht schließlich immer wieder mal, wie kriminelle Delikte, begangen aus den Reihen der Oberschicht („Elite“), letzten Endes enden: oft wird das Ganze im Endeffekt auch noch umgedreht, wie zum Beispiel bei Zumwinkel. Fast neigte die Strafjustiz, nachdem der öffentliche Aufschrei über dessen Steuerbetrügereien abgeebbt war, dazu, als wolle man sich sogar für die juristischen Nachprüfungen entschuldigen. Dass im Nachhinein vier herausragende Steuerfahnder aufgrund von „getürkten“ Gutachten durch einen Psychiater (dem man dafür eigentlich seine ärztlich Zulassung hätte entziehen müssen) als psychisch nicht mehr ausreichend belastbar eingestuft worden waren und ihre Anstellungen aufgeben mussten, macht den Skandal noch komplizierter, bzw. unglaublicher.

Ist das nun ein Kavaliersdelikt, wenn man Steuern hinterzieht oder ist das ein Höchstmaß an krimineller Energie? Nennen wir dies mal eine eher rhetorische Frage, denn die Antwort ist ja wohl klar. Zumindest für die Menschen unter uns, die noch über eine gesunde Moral verfügen.

Und so versteht man als Normal-Mitbürger überhaupt nicht, dass sich in vielen Fällen die zuständigen Stellen derart schwertaten, bzw. tun, wenn es darum ging, CD’s mit den Namen von „Steuersündern“ (Betrügern) anzukaufen. Man kann es aber wiederum doch verstehen, wenn man sich klarmacht, dass an den Schaltstellen der Macht die „Kumpels“ von denjenigen sitzen, die die breite Masse der Bevölkerung um die Zahlung von Steuern betrügen. Die Steuerbetrüger-CD, die Mainz unlängst für viereinhalb Millionen aufkaufte, wird, wenn dies durch die deutsche Justiz richtig verfolgt werden würde, bis zu einer Milliarde an nachträglichen Steuererträgen einbringen. Allein auf dieser einen CD befinden sich etwa 10 000 Steuerbetrüger. Und von derartigen CD’s gibt es inzwischen einige. So könnte man fast den Eindruck gewinnen, die deutsche Staatsverschuldung würde fast auf Null sinken, wenn sämtliche Finanzbetrüger erwischt und alle Steuerschlupflöcher gestopft werden könnten.

Eigentlich ist es auch noch ein Skandal, dass scheinbar erst jetzt dieses Thema auf die Tagesordnung kommt. Rückt die Gesellschaft etwa nach Links? Jahrzehntelang konnte man hören und lesen von den sogenannten Steueroasen, von den Bankgeheimnissen und intelligentem Finanzgebaren – so, als würde es sich um die normalsten Dinge von der Welt handeln und man sollte womöglich vor so viel Cleverness sogar Hochachtung entwickeln. Und der breiten Masse wurde gleichzeitig gebetsmühlenhaft vorgetragen, man könne dagegen sowieso nichts ausrichten; etwa gemäß dem Motto: „Geht es der Wirtschaft gut, dann geht es allen gut.“ Nur: das stimmte ja gar nicht!

Immer wieder ließ man die „Großen“ laufen, während manchmal sogar schon wegen kleinster Fehlbeträge bei Kassiererinnen eine Abmahnung erfolgte. Die Party läuft und sie muss auch weitergehen – so heißt es zumindest in Finanzindustrie, Adel und gehobenen Politiker- und Wirtschaftskreisen. „Solange die Musik spielt, muss getanzt werden“, meinte einst der Chef der US-Bank Citigroup. Aber – und hier kann ich mich den Ausführungen von Weik und Friedrich in Ihrem Buch: „Der größte Raubzug der Geschichte“ nur anschließen: „Was da passiert, ist ein Verbrechen. Dass einige wenige sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern, und zwar so sehr bereichern, dass sie nicht mehr wissen, wohin mit dem ganzen Geld, das halte ich für ein Kapitalverbrechen.“

Leider zeigt sich immer wieder, wie schwer es ist, diese Strukturen aufzubrechen, denn diejenigen, die von Oben her die Gesetze machen, sind ja schließlich selbst ein Teil des Problems, wie sollen die also bitteschön für eine Veränderung sorgen? Was bleibt: es ist zu hoffen, dass die moralischen Prinzipien wieder stärker in den Mittelpunkt treten mögen und dass sich die (nennen wir sie mal) „Täter“ klarmachen, dass ihre Existenz hier auf der Welt nur von recht kurzer Dauer ist und am Ende wird abgerechnet gemäß dem Motto: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt!“

Fast rhetorisch müsste man dann aber auch nachfragen: „Ja, wo kommt er denn dann hin …?“ Etwa dort hin, was die Christen unter „Hölle“ verstehen? Vielleicht ist ja die Vorstellung, dass es zumindest so kommen könnte, für einige aus der Finanzelite ein Grund, sich ihr Verhalten neu zu überlegen – zu hoffen wär’s.

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Steuerbetrug, Steuerschlupflöcher – der Skandal liegt eigentlich ganz woanders

„Wir wurden von der Finanzbranche und den Politikern gnadenlos abgezockt, werden es auch jetzt gerade und das wird auch in Zukunft so weitergehen, wenn wir nicht endlich was dagegen unternehmen.“ 

(Matthias Weik, Wirtschaftsfachmann)

 

Als die Nachricht um die Welt ging, dass man der Presse eine Festplatte mit einer unglaublichen Menge an Daten von sogenannten “Steuersündern” zugespielt habe, die es jetzt erst mal auszuwerten gäbe, da fand ein ziemlicher Aufschrei statt. Nicht nur, dass es dabei um die unglaubliche Menge von geschätzten 25 bis 32 Billionen Euro ging, die die Reichen sozusagen der breiten Bevölkerung stehlen, sondern etliche Politiker und Strafrechtler meinten auch noch, die Festplatte solle lieber der Strafverfolgung überstellt werden, als dass sich Journalisten damit beschäftigen. Ich bin allerdings ehrlich gesagt froh, dass dies vorerst nicht geschah. Die Medien begründeten dies mit dem Argument, man müsse die Informanten schützen und deshalb könne man das Beweismittel nicht herausgeben. Ein gutes Argument, da es sich auf einen wichtigen und nicht bestreitbaren Gesichtspunkt bezieht.

Aber ist das wirklich der Hauptgesichtspunkt: ich denke, dass in vielen Bereichen der Presse (zumindest wenn es sich um die sogenannte „kritische Presse“ handelt) inzwischen die Erkenntnis Einzug genommen hat, dass man in den Rechtsstaat keinerlei Vertrauen mehr haben kann. Denn die Oberschicht, die die Steuern hinterzieht, endet ja schließlich nicht bei Dax-Vorständen, sondern setzt sich fort in Richtung Politiker, Richter, Wirtschaftsbosse wie auch Zeitungsbesitzer. Und man sieht schließlich immer wieder mal, wie kriminelle Delikte, begangen aus den Reihen der Oberschicht („Elite“), letzten Endes enden: oft wird das Ganze im Endeffekt auch noch umgedreht, wie zum Beispiel bei Zumwinkel. Fast neigte die Strafjustiz, nachdem der öffentliche Aufschrei über dessen Steuerbetrügereien abgeebbt war, dazu, als wolle man sich sogar für die juristischen Nachprüfungen entschuldigen. Dass im Nachhinein vier herausragende Steuerfahnder aufgrund von „getürkten“ Gutachten durch einen Psychiater (dem man dafür eigentlich seine ärztlich Zulassung hätte entziehen müssen) als psychisch nicht mehr ausreichend belastbar eingestuft worden waren und ihre Anstellungen aufgeben mussten, macht den Skandal noch komplizierter, bzw. unglaublicher.

Ist das nun ein Kavaliersdelikt, wenn man Steuern hinterzieht oder ist das ein Höchstmaß an krimineller Energie? Nennen wir dies mal eine eher rhetorische Frage, denn die Antwort ist ja wohl klar. Zumindest für die Menschen unter uns, die noch über eine gesunde Moral verfügen.

Und so versteht man als Normal-Mitbürger überhaupt nicht, dass sich in vielen Fällen die zuständigen Stellen derart schwertaten, bzw. tun, wenn es darum ging, CD’s mit den Namen von „Steuersündern“ (Betrügern) anzukaufen. Man kann es aber wiederum doch verstehen, wenn man sich klarmacht, dass an den Schaltstellen der Macht die „Kumpels“ von denjenigen sitzen, die die breite Masse der Bevölkerung um die Zahlung von Steuern betrügen. Die Steuerbetrüger-CD, die Mainz unlängst für viereinhalb Millionen aufkaufte, wird, wenn dies durch die deutsche Justiz richtig verfolgt werden würde, bis zu einer Milliarde an nachträglichen Steuererträgen einbringen. Allein auf dieser einen CD befinden sich etwa 10 000 Steuerbetrüger. Und von derartigen CD’s gibt es inzwischen einige. So könnte man fast den Eindruck gewinnen, die deutsche Staatsverschuldung würde fast auf Null sinken, wenn sämtliche Finanzbetrüger erwischt und alle Steuerschlupflöcher gestopft werden könnten.

Eigentlich ist es auch noch ein Skandal, dass scheinbar erst jetzt dieses Thema auf die Tagesordnung kommt. Rückt die Gesellschaft etwa nach Links? Jahrzehntelang konnte man hören und lesen von den sogenannten Steueroasen, von den Bankgeheimnissen und intelligentem Finanzgebaren – so, als würde es sich um die normalsten Dinge von der Welt handeln und man sollte womöglich vor so viel Cleverness sogar Hochachtung entwickeln. Und der breiten Masse wurde gleichzeitig gebetsmühlenhaft vorgetragen, man könne dagegen sowieso nichts ausrichten; etwa gemäß dem Motto: „Geht es der Wirtschaft gut, dann geht es allen gut.“ Nur: das stimmte ja gar nicht!

Immer wieder ließ man die „Großen“ laufen, während manchmal sogar schon wegen kleinster Fehlbeträge bei Kassiererinnen eine Abmahnung erfolgte. Die Party läuft und sie muss auch weitergehen – so heißt es zumindest in Finanzindustrie, Adel und gehobenen Politiker- und Wirtschaftskreisen. „Solange die Musik spielt, muss getanzt werden“, meinte einst der Chef der US-Bank Citigroup. Aber – und hier kann ich mich den Ausführungen von Weik und Friedrich in Ihrem Buch: „Der größte Raubzug der Geschichte“ nur anschließen: „Was da passiert, ist ein Verbrechen. Dass einige wenige sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern, und zwar so sehr bereichern, dass sie nicht mehr wissen, wohin mit dem ganzen Geld, das halte ich für ein Kapitalverbrechen.“

Leider zeigt sich immer wieder, wie schwer es ist, diese Strukturen aufzubrechen, denn diejenigen, die von Oben her die Gesetze machen, sind ja schließlich selbst ein Teil des Problems, wie sollen die also bitteschön für eine Veränderung sorgen? Was bleibt: es ist zu hoffen, dass die moralischen Prinzipien wieder stärker in den Mittelpunkt treten mögen und dass sich die (nennen wir sie mal) „Täter“ klarmachen, dass ihre Existenz hier auf der Welt nur von recht kurzer Dauer ist und am Ende wird abgerechnet gemäß dem Motto: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt!“

Fast rhetorisch müsste man dann aber auch nachfragen: „Ja, wo kommt er denn dann hin …?“ Etwa dort hin, was die Christen unter „Hölle“ verstehen? Vielleicht ist ja die Vorstellung, dass es zumindest so kommen könnte, für einige aus der Finanzelite ein Grund, sich ihr Verhalten neu zu überlegen – zu hoffen wär’s.

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Wie du das siehst….

Unter der Kategorie Wie ich das sehe berichte ich über Themen, die mich beschäftigen und zum Denken anregen. Du hast unter dem jeweiligen Beitrag die Möglichkeit mir deine Meinung zu diesen Themen da zu lassen.

Hier hast du die Möglichkeit mir freie Beiträge zu hinterlassen. Was gibt dir zu denken? Was beschäftigt dich? Welche Fragen stellst du dir? Vielleicht triffst du meinen Nerv oder den anderer Leser. Vielleicht entstehen so interessante Gespräche und wertvoller Austausch.

Ich freue mich auf deine Gedanken, Texte und Grüße!

 

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Wach werden in der Über-Lebenskampfgesellschaft

„Wer sich nicht bewegt,

spürt auch seine Fesseln nicht.“

Rosa Luxemburg

Was wir heute erleben, lässt sich vergleichen mit Katastrophen biblischen Ausmaßes; und wenn wir ehrlich sein wollen, so steht zu befürchten, dass wir direkt vor einer solchen Katastrophe stehen. Und was noch viel schlimmer ist, wir stehen davor mit offenen Augen und sehen trotzdem nicht, was auf uns zu kommt.

Wir wissen zwar eigentlich, dass Wachstum nicht unbegrenzt gesteigert werden kann und dass es nach dem Auf- auch den Abschwung gibt – ähnlich einem Baum, der zwar oft recht rasch in die Höhe wächst, doch irgendwann ist seine Maximalhöhe erreicht und von da an geht’s dann rückläufig. Was wir jedoch heute versuchen ist vergleichbar dem Turmbau zu Babel. Wir glauben, wir können unendlich viele neue Stockwerke aufeinandersetzen und nennen das dann Wachstum. Aber am Ende kommt der zu Fall, der letztendlich zu hoch hinaus wollte. Denn irgendwann brechen die Fundamente und Stützträger, wenn oben immer mehr Gewicht und Höhe drauf kommt. Wir haben unser gesamtes wirtschaftliches Denken und Handeln auf Zukunft und Wachstum aufgebaut. Wenn jetzt die Zukunft die Spitze des Turmes ist, so verliert sie immer mehr an Halt und droht einzustürzen. Ähnlich wie es dem gesamten Staatsgebilde hier bei uns geht. Immer weniger Arbeiter und Steuerzahler müssen immer mehr Empfänger bezahlen, müssen immer mehr Schulden zurückzahlen und bekommen gleichzeitig bei immer längeren Arbeitszeiten einerseits immer mehr zu tun, da man die Tätigkeiten mit immer weniger Menschen erzielen lässt und andererseits gibt es dafür immer weniger Geld. Das heißt, wir bekommen in der Breite immer weniger ausgezahltes Geld, und gleichzeitig steigen unsere Ausgaben, egal ob es für den Benzinpreis, die inzwischen notwendige Altersvorsorge oder Gemüse beim Händler ist.

Nennen könnte man das Ganze schlicht und ergreifend „Die Bedingungen unter den wir heute leben.“ Nur es bleibt keine Zeit mehr für Gejammer oder spitzfindige Karikaturen, jetzt geht es mittelfristig für alle ums Überleben. Und wer auch hier ein biblisches Gleichnis bemühen möchte: Gott ist dabei, die Gemeinschaft zu zerschlagen, die schon lange um das goldene Kalb tanzt. Das goldene Kalb ist heute nur nicht mehr ein aus Gold irgendwie gestaltetes Kunstwerk, sondern es ist das Geld, ähnlich dem schönen Satz: Geld regiert die Welt. Wir, das sind nicht nur die Aktionäre, die Geld aus den börsennotierten Unternehmen herausziehen wollen, sondern dass ist inzwischen das Handlungsprinzip, was sich inzwischen über den gesamten Globus erstreckt.

 

 

Was ich nicht mehr will:

Ich will nicht ständig mehr LKWs auf den Straßen, ich will nicht ständig mehr Umweltzerstörung, ich will nicht mehr unendlich lange Rechtsstreitigkeiten, egal ob es ums Asylrecht, Unterhaltsrecht

Ich will keine Schulen, die Kinder durch Leistungsdruck und Unterrichtsstoff kaputt machen

Ich will keine Reichen und keine Großindustrie, die trotz guten Einnahmen keine Steuern zahlen und gleichzeitig ihr Geld ins Ausland retten.

Ich will keine Leute, die sich auf Kosten anderer bereichern.

 

 

Was ich haben will:

Leute, die Verantwortung für sich, für andere, für die Umwelt und damit für die Zukunft übernehmen.

Leute, die Rücksicht nehmen und dadurch verhindern

 

 

Sorge dafür, dass du niemanden schädigst oder verletzt.

Bleibe gelassen und entspannt, besonders wenn es dir schwer fällt.

Entwickle Vertrauen in den Fluss des Lebens.

Gehe liebevoll mit dir und allen Lebewesen um.

Sei ehrlich zu dir selbst und zu deinen Mitmenschen.

Sei dankbar dafür, dass du leben darfst.

Sei zufrieden damit, was du hast.

Setze dich für Frieden und Friedfertigkeit ein.

Setze eine Grenze dort, wo etwas unerträglich wird.

Halte dich gesund im Körper wie im Geist.

Sorge dafür, dass du dich geistig lebenslang weiterentwickelst.

Liebe die Kinder und ehre die Älteren.

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