«

»

Beitrag drucken

Euro-Rettung? – „es ist zum Kaputtlachen“

 

Es ist zum Kaputtlachen, wenn alles nicht so dramatisch wäre. Da treffen sich alle möglichen Staatenlenker und Fachleute zum soundsovielten Mal; versammeln sich, um über Vorschläge für die „Eurorettung“ zu beratschlagen und abzustimmen, und tun dabei so, als würde es sich um einen Kampf auf Leben und Tod handeln. Das Wort von der „Operation am offenen Herzen“ wird gebraucht.

Aber geht es wirklich um die Rettung des Euro? Nach Außen hin wird das zumindest so plakatiert. Geht man dazu allerdings ein wenig auf Distanz, so lässt sich fragen: „Wieso eigentlich Rettung (des Euro)? Wenn er gerettet werden soll, von wem wird er bitteschön denn angegriffen, wer will ihn vernichten …? Oder anders ausgedrückt, was steckt dahinter?

Dahinter steckt die Finanzwirtschaft, die inzwischen komplett unüberschaubar riesige Sparten geschaffen hat, welche den Hals nie vollkriegen, immer und immer wieder mit neuem Geld versorgt werden, um hierdurch am Laufen erhalten zu werden? Wobei es ihnen egal ist, woher das Geld kommt und ob alles legal oder kriminell zugeht.

Wenn es nun heißt, Griechenland oder der Euro müssten gerettet werden, ist das denn wirklich so? Geht es nicht vielmehr darum, die Geldgeber zu retten? Und zwar vor einem Verlust von verliehenem Geld: wenn zum Beispiel ein Schuldner (und sei es sogar ein ganzes Land, wie z.B. aktuell Griechenland) plötzlich nicht mehr in der Lage ist, das geliehene Geld an den Geldgeber, der sich nicht selten genug im Ausland (ganz oft davon in England) befindet, zurückzuzuzahlen? Und dann kämpfen Geldinstitute auch schon mal gegen ganze Länder, weil es letzten Endes um das Überleben der Institute geht.

Warum ein derartiger Finanzkrieg? Ich habe das Gefühl, dass das gesamte System der Geldwirtschaft im Grunde genommen am Ende ist! Das Verleihen von Geld sowie das Erschaffen immer neuer Anlageprodukte, in die Geld hineinfließen soll unter der Annahme, man würde hierdurch ohne richtig zu arbeiten hohe Gewinne machen, funktioniert in Wirklichkeit schon lange nicht mehr; ähnlich läuft es auch mit den Investoren, die etwas kaufen, übernehmen oder bauen, um hierdurch über die Jahre zu noch mehr Geld (Rendite) zu kommen. Ständig werden neue Projekte und Produkte „aufgelegt“, in die frisches Geld zu fließen hat, um letztendlich die anderen Produkte zu stützen. Dies alles funktioniert wie gesagt eigentlich schon lange nicht mehr und trotzdem, irgendwie geht es immer doch noch ein wenig weiter.

Man hat im Grunde genommen zu viel Geld „erschaffen“ und denjenigen „zugeschustert“, die darum nachfragten. Und das, ohne sich Gedanken dazu zu machen, ob der Schuldner (z.B. Griechenland) auch wirklich in der Lage sein würde, nicht nur dauerhaft die Zinsen zu begleichen, sondern letztendlich den Betrag auch mal wieder zurückzuzahlen.

Aber warum, wie konnte es dazu kommen?

Dahinter steckt im engeren Sinne letztlich die Gier nach Profit und Macht. Und nicht  nur auf Seiten der Lenker der Finanzwirtschaft, sondern auch auf Seiten des vermögenden Teiles der Mittelschichten. Und warum das? Viele leben in der Hoffnung, nur eine begrenzte Zeit seines Lebens arbeiten zu müssen, was anders gesagt heißt: sich an der Gemeinschaft beteiligen zu müssen – um dann, wenn man also genügend Geld verdient und zurückgelegt hat, hiervon leben zu können ohne weiterhin arbeiten zu müssen, nach dem Motto: „Warum arbeiten, lassen Sie doch ihr Geld für Sie arbeiten …“

Und was steckt da wiederum dahinter? Es ist der Egozentrismus des Einzelnen, der heute nur noch seinen Vorteil sucht, ohne sich um den anderen zu scheren bzw. zu kümmern. Selbstliebe, die zu erkennen verhindert, dass der Vorteil und der Nutzen des einen immer auch der Nachteil und Schaden des anderen bedeutet.

Oder wie es der Slogan der neuen Demokratie-jetzt-Bewegung besagte: „99 Prozent !!“, womit gemeint war, dass es nicht länger angehen kann, dass 1 Prozent der Bevölkerung sich aus dem Rest der Mitbürger all seinen Profit heraussaugt. Und statt, dass es immer nur um das eine Prozent der Mächtigen geht, sollten langsam mal die 99 Prozent der restlichen Bevölkerung gesehen werden.

Also, warum noch Angst haben, dass die Griechen und andere Staaten ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen könnten? Angst davor müssen doch nur die paar Reichen haben, die hierdurch hohe Gewinne gemacht hatten. Wir anderen, die nicht das Geld hatten, um damit herumzuspielen, zu zocken, zu investieren oder zu spekulieren – wir brauchen keine Angst vor einer Krise des Euro zu haben. Vielmehr geht es erneut um die Gefahr eines Bankensterbens; es geht nicht darum, dass wir den Euro retten müssen. Dies war nur ein Thema, was uns die hohen Herren immer wieder versucht haben, einzureden – nicht ungeschickt. Sie wussten: „Unseren“ Euro würden wir wohl schon auf jeden Fall retten wollen – die Bankwirtschaft der Oberschicht sicherlich nicht.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://eckart-warnecke.de/euro-rettung-es-ist-zum-kaputtlachen/

Schreibe einen Kommentar