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Die USA sind pleite und sind auch nicht pleite … “Wie geht denn so was?”

ew. In scheinbar immer kürzeren Abständen geraten die USA in die Krise. Nicht in eine Krise, weil sie weltweit immer wieder neue Kriege anzetteln, nicht in die Krise, weil der soundsovielte Amoklauf eines durchgedrehten Waffenbesitzers ein Blutbad anrichtet und die Öffentlichkeit schockiert und auch nicht in eine Krise, wenn Riesenbrände oder Hurrikans immer wieder den Kontinent aufsuchen – nein, sondern sie geraten regelmäßig in die Krise, wenn mal wieder das Geld fehlt, wenn die Obergrenze der Staatsverschuldung erreicht wird.

Komisch nur, dass es bei derartigen krisenhaften Zuspitzungen nicht darum geht, wie man sich mit der gesetzlich festgeschriebenen Obergrenze arrangiert und wie man es schafft, unter dieser Grenze zu bleiben – also mit dem Geld aus zukommen, was man nur zur Verfügung hat, sondern es geht (man mag es kaum glauben) immer wiederum nur darum, wie man die Obergrenze nach oben verschiebt. Man streitet sich also darum, unter welchen Bedingungen Demokraten und Republikaner beidesamt zustimmen wollen, die Schuldengrenze wieder mal anzuheben. Vor ein paar Jahren lag sie bei 11 Billionen, dann ging sie hoch auf 12, dann auf 14 und jetzt reichen inzwischen auch schon 16 Billionen nicht mehr aus!

16 Billionen und mehr. Im Grunde genommen sind die USA doch total pleite. Was wurde mit dem vielen Geld gemacht? Ist nicht inzwischen alles, was die Amis haben, tun oder bauen auf Pump aufgebaut? Was von deren Autos, Strassen, Häusern, Besitztümern und Kriegseinsätzen ist überhaupt schon bezahlt? Eigentlich müsste man gerechterweise doch sagen, die sind pleite – nur, keiner scheint das zu realisieren. Keiner merkt das.

Vergleicht man die Summen, die die US-Notenbank Monat für Monat in den Staatshaushalt reinpumpt mit denen, die die Europäische Zentralbank für Hilfsmaßnahmen für Südeuropa bereitstellt, so könnte man hier in Europa ironischer weise fast von Taschengeldzahlungen sprechen, obwohl es sich auch hier schon um gigantische Beträge handelt.

In den USA hält die Fed nicht nur die Zinsen künstlich niedrig, zu denen sich die Banken in Washington Geld leihen dürfen, sondern sie kauft dem Finanzsektor auch noch regelmäßig Schuldverschreibungen und Wertpapiere monatlich im Schnitt von 85 Milliarden Dollar ab – das entspricht seit der Finanzkrise 2008 bis heute allein schon 2.5 Billionen Dollar. Hinter vorgehaltener Hand spricht so mancher Fachmann von einem Experiment – wobei man sich wahrscheinlich nur nicht traut zu sagen, dass das Ganze letztlich in einer Katastrophe enden wird. Wer will schon derjenige sein, der schlechte Stimmung noch schlechter macht?

Aber hier ist noch nicht Schluss, es wird noch schlimmer. Das billige Geld sollte eigentlich die US-Industrie ankurbeln. Nur lassen sich die großen Finanzinstitute nicht vorschreiben, was sie mit dem billigen Geld machen. Und so stecken sie es statt in sinnvolle Wirtschaftsprojekte viel lieber in großem Stil in Finanzprodukte, mit denen sich wiederum ohne viel Arbeit noch mehr Geld verdienen lässt und nennen das intern: “Die Party geht weiter.” Man könnte dies umgangssprachlich Veruntreuung, Betrug oder im weiteren Sinne sogar Diebstahl von Volkseigentum nennen. Nur leider werden diese Finanzinstitute so gut wie nie juristisch belangt, weil ihre eigenen cleveren Juristen immer rechtzeitig alles so hinkriegen, dass das irgendwie legal ist.

Und so steht als Fazit: die Reichen schaffen es, die Gesetzgebung so zu beeinflussen, dass man gegen ihr Handeln zumindest juristisch nichts machen kann, obwohl sie im Kern nur die normale Bevölkerung um ihr Geld bringen – etwas, was man als Umverteilung von Unten nach Oben bezeichnen muss. Dabei ließe sich fragen: Wie lange lässt man sich das eigentlich noch gefallen?

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