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BUCHTIPP: Die letzte Flucht (Wolfgang Schorlau, 2011)

Buchtipp die_letzte_fluchtDas Besondere an dem Krimi-Autor Wolfgang Schorlau ist, dass er seine Kriminalromane immer zu realen Themen entwickelt. Er lässt seine Hauptperson Georg Dengler in dessen Funktion als Privatermittler Dinge und Themen aufdecken, die vor uns – also der breiten Öffentlichkeit in der Regel verborgen bleiben, da wir gar nicht die Zeit haben, uns in das Geflecht von staatlicher Vertuschung sowie der Machenschaften von Industrie, Wirtschaft und Großkapital einzuarbeiten.

In diesem, seinem sechsten Fall „Die letzte Flucht“ geht es vor allem um Korruption, Verwerfungen und geheime Machenschaften im Gesundheitswesen. Als Leser des Buches erfährt man neben der Aufdeckung zweier Morde, wie sich große Teile des Gesundheitswesens nur noch der finanziellen Abzockerei verschrieben haben. Auch wenn man schon lange die Tendenzen zur Gewinnmaximierung im Hintergrund von Pharmaindustrie und medizinischen Fachpraxen vermutete, so ist das, was der Autor den Leser so ganz nebenbei erfahren lässt, noch schlimmer als die Phantasie es erahnen ließ. Zwei Jahre recherchierte der Autor nur in Fachkreisen und unabhängigen Publikationen, so dass die Erkenntnisse, die wir hier mitbekommen, keine Spekulation, sondern harte Wirklichkeit sind. Es wird für diejenigen, die Lust auf dieses Buch haben, ein großer Schleier der allenthalben auf uns einwirkenden Verdummung zur Seite gezogen.

In einem Nachwort schreibt Autor Schorlau, er habe kapiert, wie das Gesundheitswesen funktioniere und stehe noch immer unter Schock. Zitat: „Die großen Pharmakonzerne kontrollieren große Teile der Ärzteschaft, sie korrumpieren die öffentliche Forschung und Wissenschaft, sie manipulieren Studien und Veröffentlichungen, und sie beeinflussen Parteien, Parlamente und Regierungen. Sie reißen einen Löwenanteil der Versicherungsbeträge an sich und erzielen Gewinne, wie sie sonst nur bei illegalen Geschäften, im Drogenhandel oder im Waffengeschäft zu realisieren sind.“

Wer nun Interesse an Spannung und sehr authentisch nachvollziehbarer und in die Handlung eingebauter Wissensvermittlung von unvorstellbaren Skandalen (besonders in der Krebsbehandlung) und Aufdeckung bekommen hat, sollte sich unbedingt an die Lektüre der „Letzten Flucht“ machen.

Fazit: Wir sollten uns nicht immer nur durch Medien und die dort präsentierten (präparierten) „Fachleute“ dazu verleiten lassen, unseren Fokus auf Themen wie Skandale in Drittländern, auf Mafia, Putin, Oligarchen und Menschenrechte in Diktaturen zu lenken – denn dies ist nur die seit Jahrzehnten angewendete Methode der hier herrschenden Schicht, um uns zu verblenden mit dem Ziel, ungestört von den 99 Prozent der Restbevölkerung ihre finanzorientierten und unsozialen Ziele und Methoden weiterzuverfolgen, gemäß dem Motto: „Haltet den Dieb, da hinten um die Ecke rum läuft er, ruft der Dieb und geht unbehelligt von dannen.“

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