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Deutschland im Blaulicht – Notruf einer Polizistin (Tania Kambouri, 2014)

Wenn man das Buch der griechischstämmigen Polizistin Tania Kambouri liest, ist man einigermaßen sprachlos, was diese hier über ihre Arbeit im alltäglichen Polizeidienst zu berichten weiß. Allein schon der Umschlagtext macht klar, um welche Themen es hier in dem Buch geht. „Der türkischstämmige Mann, der die Polizei um Hilfe gerufen hatte, war empört: Was wollte diese ‚Bullenschlampe‘ von ihm? Von einer Frau lasse er sich erst mal gar nichts sagen. Die Einsatzleitstelle solle gefälligst männliche Polizisten schicken.“  (Zitatende) Mit dem Buch, so schreibt die Autorin, wolle sie den Finger in eine unbeachtete Wunde legen, auch wenn ihr bewusst sei, wie explosiv das Thema ist.

Im Verlaufe der Lektüre des Buches war ich immer mehr bestürzt und hatte wiederholt Probleme zu glauben, welch Ungeheuerlichkeiten hier beschrieben werden. Die Autorin berichtet, wie sie Woche für Woche die Erfahrung macht, dass für moslemisch geprägte Männer eine Frau scheinbar so gut wie nichts gilt, selbst wenn es sich um eine Staatsbedienstete handelt. Ähnlich wie mir wird es wahrscheinlich dem überwiegenden Teil der Leser und Leserinnen gehen: man denkt erst einmal, sie würde übertreiben. Aber wenn man dann mitbekommt, dass hunderte von Polizeibeamten nach Erscheinen des Buches in Briefen von genau den gleichen Erfahrungen sprechen, dann wird einem nach und nach bewusst, dass Politik und Medien sich diesem Thema scheinbar bisher nicht in dem Umfang angenommen haben, wie dies notwendig wäre. Im Übrigen: die Autorin beschreibt hier Verhältnisse aus den Jahren 2009 bis 2013 – das heißt, aus der Zeit bevor die große Flüchtlingszuwanderung ab 2015 einsetzte.

Und nun trifft die große Flüchtlingswelle auf folgende hier bereits vor Ort bestehende Situation: Zitat: „Obwohl Arbeit zu Recht als ein wesentlicher Faktor für die gelingende Integration angesehen wird, hat sich entgegen aller Hoffnungen gerade in den libanesischen Clans auch im Falle einer Einbürgerung nicht sonderlich viel bewegt … Es gibt Familien mit 15 und mehr Kindern. Enkel, die älter sind als die jüngsten eigenen Kinder, sind keine Seltenheit. Das hat zur Folge, dass diese Familien extrem schnell wachsen, manche Clans umfassen heute einige Tausend Menschen, was nicht zuletzt die Strafverfolgung unübersichtlich bis unmöglich macht. Das Entstehen rechtsfreier Räume wird hier zu einem handfesten Problem.“

Neben diesen Passagen geht es im Buch unter anderem um Themen, wie: Ehre, die Macht der Familie, die Macht der Väter, Aggression, Frauen als Menschen zweiter Klasse, um eine Polizei am Limit, Gewalt gegen Polizisten, Zivilcourage, islamische Paralleljustiz und göttliche Gebote und letztlich darum, wie wichtig es ist, die Handlungsfähigkeit der Polizei durch ausreichende politische wie finanzielle Unterstützung aufrechtzuerhalten.

Warum ich dieses Buch für lesenswert halte, liegt vor allem daran, dass es uns einen Einblick in eine Welt vermittelt, die wir Außenstehenden uns scheinbar gar nicht vorstellen können. Ich selbst wurde mit der Grünen-Bewegung groß, ich war ein totaler Fan von Multi-Kulti, meine Frau stammt aus Italien und meine Kinder besitzen eine doppelte Staatsbürgerschaft. Die Freundin meines zweiten Sohnes kommt aus Polen und die meines dritten aus Russland. Lange Jahre wollte man nichts davon hören, dass es scheinbar hier in Deutschland auch noch so was wie eine andere Wirklichkeit geben könnte. Diese Scheinwelt zerstört nun dieses Buch und man muss es unbedingt  ernst nehmen, denn es wurde von einer Insiderin geschrieben, die auch lange überlegt hatte, ob sie überhaupt mit diesen Themen an die Öffentlichkeit gehen könne.

Und zum Abschluss vielleicht noch eine weitere Passage, um zu verdeutlichen, dass es hier nicht allein um Probleme mit Zuwanderern dreht, die aus Nordafrika stammen: „Osteuropäische Frauen haben sich im Umgang mit der Polizei, insbesondere mit männlichen Kollegen, noch etwas ganz Spezielles einfallen lassen. Wenn sie aus irgendeinem Einsatzanlass im Streifenwagen ungefesselt transportiert werden, auf der Wache sind oder die Toilette benutzen, fassen sie an beziehungsweise in ihre Vagina, um das Sekret an ihre Finger zu bekommen. Die wiederum wischen sie dann an einem Kollegen ab, und zwar so blitzartig und ohne jeden Zusammenhang, dass dieser erst mal gar nicht bemerken kann, worum es der Frau dabei geht … Wie es weitergeht, kann man sich jetzt fast schon vorstellen: sie behauptet nun, dass der Polizist sie sexuell belästigt habe … Und wenn dann Sekretspuren von der Frau an den Kollegen gefunden werden, na dann Prost Mahlzeit.“ (Zitat)

 

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