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Buddha – Seine Lehre von der menschlichen Psyche

Wir reagieren nicht auf unsere Umgebung,

sondern wir reagieren auf die Empfindungen,

die durch die Außenwelt in uns ausgelöst werden.

(Buddhistischer Grundansatz)

 

ew. Viele sehen im Buddhismus eine Religion. Dies ist allerdings komplett falsch. Vielmehr ist es eine bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Anleitung zur Überwindung von allen Arten von Leiden – egal ob wir darunter Krankheiten, Verluste, Schmerzen, negative Gefühle und was noch alles verstehen. Kurz, wie es dazu kam:

Nach jahrelanger Suche nach den Wesenszügen und Grundspielarten des Menschseins, kam der ehemalige Prinz Siddharta Gautama zu einem Zustand, den man als „Erleuchtung“ bezeichnen kann. Nun muss man sich das wahrscheinlich nicht so vorstellen, dass da mal eben jemand vor etwa 2600 Jahren ein bisschen meditierte, und weil er besonders talentiert war, irgendwie eine vertiefte Erkenntnis bekam, sondern es war schon eine lange, sehr schwere und harte Suche; wobei wichtig ist, dass er schon aus einem Kulturkreis kam, der auch damals schon sehr hoch entwickelt war. Das schon damals bestehende yogisch-hinduistische Alltagsverständnis boten ihm dabei so etwas wie eine Grundlage mit Themen, wie Re-Inkarnation, Karma, Suche nach Vollkommenheit und friedfertigem Leben.

Im zustand seiner Erwachtheit verstand Siddharta plötzlich das Wesen der menschlichen Existenz und er wusste, worin die wirklichen Ursachen für alles Unheil und Leid auf der Welt zu suchen waren: in Gier, in Hass und Verblendung der menschlichen Seele.

Hieraus leitete sich dann sein Ausgangspunkt der Lehre ab, was man (warum auch nimmer) als Die vier edlen Wahrheiten bezeichnet, als da sind die vier Grundsätze:

  1. Leben ist nicht voll befriedigend, wir sind unzufrieden und deshalb oft gereizt. Wir leiden und sind unglücklich! Und dazu gehören sowohl die seelischen wie die körperlichen Aspekte.
  2. Die Probleme und alle unserer Konflikte entstehen aus den drei unheilsamen Haupttrieben: Begehren–Ablehnen–Egozentrik. Das heißt, im Kern lässt sich alles, was wir erleben immer wieder auf diese drei Aspekte zurückführen.
  3. Das Gute allerdings daran ist, dass die Befreiung aus diesem Teufelskreis möglich ist; und zwar, indem wir danach streben, Freigibigkeit, Wohlwollen und Einsicht zu erlangen und zu leben.
  4. Um dies zu tun und zur Befreiung zu kommen, reicht es, die Grundzüge des Edlen achtfachen Pfades zu praktizieren, um durch gutes, heilsames Handeln im Jetzt für sich die bevorstehende Zukunft positiv zu beeinflussen.

Was einem unter den vier edlen Wahrheiten vielleicht wie etwas Selbstverständliches vorkommen mag, erlangt erst mit der Zeit eine zunehmende Bedeutung – wenn man nämlich wirklich zu erkennen und kapieren beginnt, dass nicht andere die Schuld daran tragen, dass ich immer wieder zu einem Opfer, Versager, Leidenden, Pechvogel, Kranken, Hassenden oder Unglücklichen werde, sondern es ist das, was ich bisher getan habe. Und das kann natürlich auch schon weiter zurückliegen. Oft sind die Umstände, die ich in diesem Leben abbekomme sogar auf Dinge zurückzuführen, die bereits in einem früheren Leben passiert sind. Leider kann man in seiner jetzigen Existenz so gut wie nie bewusst erkennen, was man früher (und dazu gehören manchmal sogar mehrere frühere Leben) getan oder angestellt hat, so dass man jetzt scheinbar trotz etlicher Bemühungen auf keinen „grünen Zweig“ kommt.

Was wir also jetzt erleben, ist ein Teil unsereres Karmas. Das heißt, es ist das Resultat früherer Handlungen. Und das, was wir heute tun, wird dann wieder unsere Zukunft beeinflussen. Wir können somit zum größten Teil durch unser heutiges Handeln mitbestimmen, wie unsere Zukunft aussehen wird. Sorgen wir durch intelligentes, gutes und zielstrebig-achtsames Handeln dafür, dass uns eine so geartete „rosige“ Zukunft erwartet, wie wir uns dies erhoffen. Und hierzu lehrte der Buddha die Wesenszüge vom Edlen Achtfachen Pfad:

  1. Rechtes Erkennen – es geht um das Unterscheiden zwischen heilsamen und unheilsamen Handlungen in Richtung auf seine beorstehende Zukunft (man könnte auch sagen, abwägen zwischen hilfreichen bzw. schädlichen ..)
  2. Rechte Gesinnung – darunter versteht man das Einüben einer liebevollen, akzeptierenden Gemütsverfassung (Heilsames unterstützen – Unheilsames überwinden, loslassen)
  3. Recht Rede – das sagen, was wahr ist / keine üble Nachrede (nicht spotten oder über andere lästern) / freundlich reden / nicht zur unpassenden Zeit sprechen  (dazwischenquatschen) / kein leeres Geschwätz (nichts Sinnloses sabbeln!)
  4. Rechtes Handeln – Nicht stehlen / nicht töten / nicht irgendwelchen Süchten verfallen / immer Maß halten und wissen, wann genug ist / sexuell gutes und liebevolles Verhalten
  5. Rechter Lebenserwerb – sich einen Berruf suchen, in dem man nicht unheilsam tätig werden muss. Möglichst nicht mit Waffen, Tieren, Menschen, Alkohol, Geld und Drogen seinen Broterwerb verdienen.
  6. Rechte Anstrengung – sich bemühen, die Gedanken gut auszurichten / ungutes, unheilsames Denken verrmeiden und gerade bestehendes überwinden / heilsame Gedanken entfalten, bestehende erhalten oder fördern
  7. Rechte Aufmerksamkeit – wo auch immer man im Alltag gerade ist, sich möglichst offen, aufmerksam und zugewandt ausrichten / dies kann man in der Meditation üben, sollte man aber im konkreten Leben anwenden
  8. Rechte Sammlung – sich immer möglichst bewusst sein, was man gerade macht und immer nur eine Sache zu einer Zeit tun / in der Meditation durch Konzentration und Versenkung / im Alltag ruhig und achtsam handlen.

Nun könnte man noch nachtragen, dass das für jemand, der politisch ausgerichtet ist, sich etwas ironisch anhört, wenn da steht: „Rechte Gesinnung“. Ich finde die Begriffe auch unter dem Aspekt des Nationalsozialismus etwas unglücklich – vielleicht wird man ja mal etwas neutralere finden; aber für diejenigen, die eher einen heilsamen Weg beschreiten wollen, für die ist klar, worum es geht.

Was ist denn jetzt buddhistisches Handeln? Im Grunde genommen handelt schon jeder Menschn im buddhistischen Sinne, wenn er sich vornimmt, keinem anderen Wesen irgendwelchen Schaden (Leid) zuzufügen und bestrebt ist, es anderen Menschen nicht unnötig schwer zu machen (oder noch besser: zum Wohlgefühl anderer beizutragen).

Zum Buddhisten wird man, wenn man sich diesen Zielen ganz bewusst und dauerhaft verschreibt. Dann spricht man auch davon, dass jemand Zuflucht zum Buddha sucht.

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