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“Wandern als Meditation” – Im Interview mit Eckart Warnecke

Warum nicht mal hinaus in die Natur gehen, um den Kopf wieder freizubekommen?
Der Autor meint, gewandert sei er irgendwie schon immer. Als Kind mit den Eltern bei den samstäglichen Ausflügen, später im Rahmen der Bundeswehr und dann seien Touren über längere Zeiträume hinzugekommen: Berge, Lappland, von München nach Venedig und viele andere.
Und so erwuchs das Buch “Wandern als Meditation” aus der eigenen Erfahrung heraus mit dem Ziel, andere Menschen anzuregen und zu motivieren, sich auf den Weg zu machen. Es gibt viel zu viele sitzende Tätigkeiten, so dass Bewegung einen Gegenpol darstellt zum beruflichen Alltag; sie ist ein guter Weg, um die Gesundheit wieder herzustellen und den Kopf ‘mental’ wieder freizubekommen.

 

Autorenfoto Eckhart WarneckeEckart Warnecke lebt in der Lüneburger Heide und arbeitet als Psychotherapeut in eigener Praxis. Neben Psychotherapie bietet er auch alternative Themen an. Mit seiner Frau hat er vier erwachsene Kinder. “Gesundheit spielte bei uns im Haus immer eine große Rolle, und gewandert bin ich eigentlich schon seit ich denken kann.“
Der Autor verknüpft Inhalte von Therapie und Lebensberatung mit den Möglichkeiten, durch Freude an der Bewegung den Kopf wieder frei zu bekommen; eben: “Wandern als Meditation”. Ähnlich wie in seinem Buch „Reiki – Die Zukunft liegt in Dir“ werden die Leser angeregt, sich selbst auf die Suche zu begeben nach einem ‘Mehr’ an Lebensinhalt und Selbstbewusstsein.
In seinem aktuellen Buch bezieht Eckart Warnecke eine neue Ausrichtung bezogen auf das Thema ‚Gesundheit‘. Er beschreibt seine eigene Entwicklung, seine eigene Veränderung – eine Methode, die den Lesern Mut machen soll, die eigene Bestimmung zu finden.
Zitat: „Unsere Leistungsgesellschaft verheizt viele Menschen. Ein Gegenmittel biete das Abschalten und Kräfte tanken auf den Wanderungen.”

Lieber Herr Warnecke, Ihr neustes Buch heißt „Wandern als Meditation“. Wie ist dies gemeint?

„Ich habe lange überlegt, welchen Titel ich dem Inhalt geben könnte. Ich hätte auch schreiben können: ‚Wandern gegen den Stress‘ oder ‚Burnout-Prävention durch Wandern‘ oder so ähnlich, aber ich wollte einen eher positiv formulierten Titel. Und da ich schon seit knapp dreißig Jahren meditiere und hier große Erfahrungen auf verschiedenen Gebieten sammeln konnte, habe ich die Parallelen zwischen längeren Wandertouren und einem meditativen Zustand gesehen und wollte demzufolge die Möglichkeiten diesbezüglich mit dem Titel auch zum Ausdruck bringen.“

 

In Ihrem Buch geht es jedoch nicht nur um die Meditation des Wanderns. Sie geben auch ganz praktische Tipps für eine besondere Wanderroute. Was hat sie an dem ‚Malerweg‘ besonders fasziniert?

„Ich empfand es bei meinem ersten Besuch sehr erhebend, als ich eher per Zufall herausfand, dass mein Lieblingsmaler Caspar David Friedrich, dessen Lebenslauf ich bereits in Greifswald und Dresden hatte verfolgen können, mehrere Jahre seines Schaffens im Raum der Sächsischen Schweiz verbracht hatte. Und dann war ich mit meiner Frau bei den ersten Wanderungen immer mal wieder auf Hinweisschilder mit einem ‚M‘ oder dem Begriff ‚Malerweg‘ gestoßen, manchmal wunderten wir uns auch über den ‚Maierweg‘. Aber da hatten Scherzbolde nur ein bisschen Farbe beim ‚l‘ vom Malerweg weggekratzt, wie wir nach und nach herausfanden. In den nächsten Jahren hatte ich dann immer wieder mal einzelne Tagesetappen des Malerweges absolviert und irgendwann entstand dann der Wunsch, bei nächster Gelegenheit einmal die gesamten knapp 120 Kilometer dieses Langwanderweges in Angriff zu nehmen. Das Besondere hieran ist, dass er sehr gut ausgeschildert ist, dass er leicht anfängt, den Schweregrad allmählich mit den Tagen steigert und vor allem: er führt mehr oder weniger an sämtlichen Highlights der Gegend vorbei oder überquert diese. Und nebenbei finden die Wanderer auch immer mal wieder Hinweistafeln, welcher Maler an einer bestimmten Stelle ein Bild gemalt hat. Der bekannteste Ort ist dabei sicherlich der Felsen, an dem sich Friedrich für seinen ‚Wanderer über dem Nebelmeer‘ inspirieren ließ. Wer das Gemälde kennt, wird sofort den Felsen in der Natur wiedererkennen, den er auch von dem Gemälde aus der Kunstgalerie her kennt.“

Seit wann nutzen Sie selbst Wandern als Ausgleich und wie oft schaffen Sie es, diese Praxis in ihren Alltag einzubinden?

„Ich habe vor meiner Familien-Zeit viele längere Wanderungen gemacht; unter anderem ‚Von München nach Venedig‘, den ‚Kungsleden‘ in Lappland, norwegische Nationalparks oder Bergtouren zum Mont Blanc, Mount Whitney in den USA oder Monte Rosa (Italien). Dann standen die Kinder im Vordergrund, wobei ich mit meiner Frau anfangs mit meinen beiden Älteren auch noch einmal einige Tage in den Dolomiten unterwegs war, aber dann ließ sich so etwas einfach nicht mehr einrichten. Inzwischen sind die Kinder aus dem Haus, sodass nicht nur Zeit, sondern auch die Lust auf das Wandern wiedergekehrt ist. Was die Häufigkeit anbetrifft, so gibt es da natürlich keine genauen zeitlichen Angaben, allerdings habe ich jetzt gerade wieder noch einmal große Teile des Malerweges durchwandert; nicht nur wegen der Erfahrungen, sondern auch, um neue Fotos zu bekommen und Werbung für mein Buch in den einzelnen Tourismus-Büros zu machen.“

 

Muss man für das Wandern immer besondere Orte aufsuchen, oder kann es auch in heimischen Gebieten zu Erholung beitragen?

„Eine sehr wichtige Frage mit mehreren Antworten: auf der einen Seite kann es bereits der einstündige Spaziergang sein, den man im nahegelegenen Wald absolviert, der zu einer gewissen Erholung führt. Um den meditativen Einfluss zu erlangen ist es allerdings wichtig, dass die natürliche Umgebung eine gewisse Ruhe vermittelt und nicht zu überlaufen ist. Hinzu kommt natürlich immer auch die mentale Haltung, mit der man eine Wanderung von zu Hause aus beginnt.

Und dann gibt es da die Orte, die zumeist ein wenig weiter entfernt sind, aber die oft etwas Spektakuläres und Besonderes besitzen. Hier wirkt dann die achtsame Bewegung mit den Einflüssen von besonderen Landschaften zusammen. In der Sächsischen Schweiz sind dies die Klippen, die Wälder, die sanft dahinfließende Elbe, die Tafelberge, die Panorama-Blicke, die gemütliche Schmalspurbahn, aber auch die netten ‚Bauden‘ (kleine Gasthäuser) und natürlich auch die Menschen, die in ihrer Gesamtheit eher eine gewisse Gelassenheit vermitteln.

‚Wandern als Meditation‘ ist nicht Ihr erstes Buch. Welchen Themen widmen Sie sich noch?

„Ich denke, im Mittelpunkt meines Lebens steht immer wieder der Gesundheitsgedanke – nachzulesen in meinen ersten Büchern über Reiki, Feng Shui oder Magisches Wohnen. Ich selbst suche demzufolge immer wieder nach Möglichkeiten, mich gesund zu erhalten und gleichzeitig ist es mein Ziel, anderen Menschen bei der Genesung oder Gesunderhaltung zu helfen. Und da vieles über den Kopf oder besser gesagt, ‚die Erkenntnis‘ erfolgen muss, gemäß dem uralten Motto: ‚Erkenne dich selbst!‘, versuche ich zusätzlich, immer wieder auch mal kritisch auf unser Handeln zu schauen und die Entscheidungen von Politikern und Medien regelmäßig zu hinterfragen. Der Buddha lehrte bereits vor mehr als zweieinhalbtausend Jahren, dass eines der drei Grundübel für menschliches Leid im Wesen der Verblendung besteht. Und Verblendung (Verdummung) erleben wir Tag für Tag. Besonders die politischen Tagesmedien betreiben eine gewisse Gehirnwäsche mit uns in Richtung Konsum. Sie sind damit in meinen Augen nicht eine berichtende und kritische Presse, sondern betreiben damit ihrerseits Politik und lenken die Bevölkerung. Gerade diesen Prozess zu hinterfragen liegt mir demzufolge sehr am Herzen.

Und dann ist es natürlich auch der gesamte Bereich des Umweltschutzes, der mir sehr wichtig ist, und wo ich schon seit Jahren dabei bin, ein grundlegendes Buch zu schreiben. Tenor: Der Umweltschutz dient weniger der Umwelt als uns Menschen, denn ohne eine weitestgehend intakte Umwelt gibt es keinen dauerhaften Fortbestand der Menschheit.“

 

Wann ist der Gedanke gereift, ein Buch über das Wandern zu schreiben?

„Das war ganz genau im Verlaufe der vierten Etappe. Eigentlich war ich in meiner Freizeit immer wieder mal damit beschäftigt, mein Buch über das Magische Wohnen zu aktualisieren, um es neu auflegen zu lassen. Aber dann entstand angesichts der faszinierenden Fotos und der tiefgehenden Erfahrungen langsam die Idee, für meine Kinder so etwas wie eine Reisegeschichte zu verfassen. Abends dachte ich mir dann, ‚warum verfasst du nicht gleich ein Buch daraus‘? Und so machte ich mir während der einzelnen Etappen Notizen, setzte mich abends hin und schrieb meine Gedanken auf, und an den letzten Tagen tippte ich gleich morgens nach dem Aufstehen und noch vor dem Frühstück meine Gedanken in den Laptop. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass bereits drei Wochen nach Ende der Tour der Text mit seinen Fotos druckreif war.“

Wer oder was hat Sie dazu inspiriert oder gestärkt?

„Ich kann eindeutig sagen, dass die Idee dazu ganz allein tief in mir drinnen entstanden ist. Als der Gedanke aufkam war mir gleich klar: ja das mache ich. Und demzufolge ging auch alles ganz schnell. Schnell auch deshalb, da ich dachte, ich würde es gut finden, für möglichst viele gestresste Menschen, von denen es ja in unserer modernen Wirtschaftswelt sowie in meiner Praxis sehr viele gibt, so was wie ein Vorbild zu sein. Ein Vorbild, wo die Leser nach der Lektüre des Buches sagen würden: Ja, das ist eine gute Sache, das versuche ich auch mal. Deshalb auch der Zusatz: ‚ein Erfahrungstagebuch.‘

Gut tat es dann allerdings, von zwei Bekannten das Feedback nach Übersendung des Rohmanuskriptes zu bekommen, sie hätten den Text derart spannend gefunden, dass sie ihn mehr oder weniger ohne Pause gleich bis zum Ende durchgelesen hätten. Das hat mich natürlich bestärkt. Und zusätzlich bestärkt hat mich weiterhin, dass viele, denen ich Fotos gezeigt hatte, mich mehrheitlich gefragt hatten, ob sie die Fotos nicht haben könnten.“

 

Welche Erfahrungen beim Schreiben waren für Sie besonders prägend?

„Ich fand den inneren Antreiber interessant. Etliche Tage wachte ich schon morgens sehr früh auf. Und statt mich noch mal umzudrehen, stand ich ganz einfach auf und setzte mich an meinen Text. Das Manuskript wollte ganz einfach von mir fertiggestellt werden …“

 

Welche Erkenntnisse sind besonders wertvoll für Neu-AutorInnen?

„Ich finde, ein Buch zu schreiben ist im Grunde gar nicht so schwer. Schwerer ist es in der Vergangenheit gewesen, einen Verlag für seine Idee oder sein Manuskript zu finden. Demzufolge finde ich es sehr schön, dass tao.de diese Möglichkeit jetzt anbietet. Des Weiteren noch der Hinweis, dass man sich nicht unter Druck setzen, sondern eher aus der Freude heraus an einem Text arbeiten sollte. Je leichter einem das Schreiben von der Hand geht, umso besser wird das Buch; denn es bringt etwas Authentisches heraus, was sicherlich auch seine Leser finden wird.“

 

Welche Unterstützung durch tao.de war für Sie besonders hilfreich?

„Ich habe die Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen von tao.de sehr genossen. Freundlich, kompetent und immer positiv – auch wenn es mal Probleme gab, so wie bei mir, als es tagelang nicht gelingen wollte, das selbst gestaltete Titelbild in die richtigen Maße zu bringen. Aber hier war ich auch selbst ein wenig zu unvorbereitet ans Werk gegangen. Schön war in dieser Zeit der Schwierigkeiten, dass man immer sofort jemanden ans Telefon bekam, so dass man nie unnötig lange auf seinen Sorgen herumsitzen musste.“

 

Zu guter Letzt, welche Wanderroute möchten Sie gerne mal gehen?

„Als erstes fallen mir einige Routen ein, die ich schon mal gegangen bin. Dann würde mich auch eine Strecke auf dem baltischen Teil des Jakobsweges reizen. Aber ganz vorn steht erst noch mal ein besonderes Abenteuer: ich will im Jahr 2018 eine große geführte Wanderung für Leser und Leserinnen auf dem Malerweg anbieten, da ich von etlichen Menschen weiß, dass sie sich dies allein nicht zutrauen würden.  Ich stelle mir das ganz toll vor – das gemeinsame Staunen, der Austausch untereinander, die Freude an der Bewegung, das allmähliche ‚Abschalten‘ und die Tiefe einer neuen Erfahrung. Ja, das ist es, was ich gern auch praktisch anderen Menschen vermitteln möchte.

Hier geht’s zum Buch:

Cover "Wandern als Meditation"

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